22.11.2018

Die Badminton-Talentschmiede aus Kisdorf

Anne Pamperin (Hamburger Abendblatt, Norderstedt)

Mit Leonard Freistedt (12) nimmt erstmals ein Spieler des BSV Kisdorf an Deutschen Meisterschaften teil.

Kisdorf.  Wer schon einmal Federball gespielt hat, erinnert sich vielleicht an endlose Duelle und das Ziel, das Spielgerät möglichst oft hin- und herzuschlagen. Mit dem Wettkampfsport Badminton hat das allerdings wenig zu tun. Beim Aufschlag werden Geschwindigkeiten von mehr als 490 (!) Stundenkilometern erreicht, schneller ist keine Ballsportart. Das Ziel ist immer, den gerade einmal fünf Gramm leichten Federkranz im gegenüberliegenden Feld möglichst schnell so zu platzieren, dass er für den Gegner unerreichbar wird.

Beim BSV Kisdorf erfreut sich diese anspruchsvolle Sportart seit der Vereinsgründung im Oktober 2011 großer Beliebtheit. Mit Leonard Freistedt hat sich erstmals in der Geschichte des BSV sogar ein Talent für die Deutschen Meisterschaften qualifiziert, die am Wochenende in Burg (Sachsen-Anhalt) stattfinden. „Darauf sind wir schon sehr stolz“, sagt Trainerin Catrin Paulsen, die zusammen mit Malin Hagemann und Benita Boy den Nachwuchs beim BSV trainiert.

Leonard Freistedt, der seit seinem sechsten Lebensjahr Badminton spielt, trainiert drei- bis viermal pro Woche. „Die Sportart ist sehr abwechslungsreich, weil jeder Ballwechsel anders ist“, sagt der Zwölfjährige, dem diese schweißtreibende Angelegenheit richtig Spaß macht. Neben Fitness und Kondition sind vor allem Koordination und Reaktionsschnelligkeit gefordert.

Die Qualifikation für die DM schaffte der Gymnasiast bei den Norddeutschen Meisterschaften in Uchte (Niedersachsen) im Doppelwettbewerb, wo er sich zusammen mit seinem Partner Lukas Dukart (Blau-Weiss Wittorf) die Bronzemedaille in der Altersklasse U 13 sicherte. Im Einzel scheiterten Freistedt und sein Trainingskamerad Niklas Wöhlbier (13, U 15) hingegen bereits in der ersten Runde und verpassten dadurch das DM-Ticket. „Die beiden hatten sehr schwere Gegner“, sagt Catrin Paulsen, die einen maßgeblichen Anteil am Aufschwung und großen Zulauf in der Badmintonsparte beim BSV Kisdorf hat.

„Zurzeit sind bei uns 26 Erwachsene und 65 Kinder und Jugendliche ab sechs Jahren aktiv. Wir freuen uns immer über Zulauf“, sagt die 44-Jährige, die den Breitensportgedanken des Vereins nicht aus den Augen verloren hat, aber auch Talente fördert. „Wer bei uns mehr machen will, kann das auch tun“, sagt Paulsen.

Neben der DM wird am Wochenende auch die Landesrangliste in Schwarzenbek ausgespielt. Niklas Wöhlbier und die anderen BSV-Talente starten aussichtsreich im Einzel, im Doppel und im Mixed.

Wer Lust hat, beim BSV Kisdorf Badminton zu spielen, kann sich telefonisch an Spartenleiter Olaf Adamik (04193/502 06 56 ) wenden, sich auf der Internetseite informieren (www.bsv-kisdorf.de) oder einfach beim Training montags (ab 18 Uhr) oder mittwochs (ab 15.30 Uhr) in der Halle Ole Vogtei am Sportplatz in Kisdorf vorbeischauen.

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